Aktuelle Beiträge

Der elfte Archetyp: Der Entbinder

Diese innere Gestalt in uns hält sich die meiste Zeit im Verborgenen auf, wenn sie aber in mir auf den Plan tritt, dann ist es immer plötzlich, überraschend und unvorhersehbar. Das bedeutet: Das Wirken dieses inneren Anteils in mir findet mich immer unvorbereitet – und meistens auch unwillig. Was ist die Aufgabe dieses Archetyps? Seine Aufgabe ist die der Lösung. Nicht im Sinne der Lösung einer gestellten Aufgabe, sondern dieser Archetyp löst mich aus Bindungen, Verhältnissen, Gewohnheiten und allgemein allen möglichen Lebensumständen, wenn diese sich überlebt haben. Es ist wie bei der Entbindung in der Geburtshilfe: Das Baby wuchs eine Zeitlang im Bauch der Mutter geschützt und versorgt heran und dann wird es hier zu eng. Das weitere Leben, die weitere Entwicklung ist nur außerhalb der Mutter möglich. Wir kämpfen uns durch den Geburtskanal und werden von der Mutter entbunden hinein in den ersten eigenen Atemzug und natürlich auch hinein in die erste Trennung (von der Mutter). Diese innere Gestalt möchte also, dass wir in unsere Individualität kommen. Und dazu löst sie uns aus allem bislang Vertrautem heraus, ent-bindet uns von allem Überkommenen. Dies geschieht meistens plötzlich. Wollen wir das? In den meisten Fällen wohl nicht. Wir hatten uns doch gerade so behaglich eingerichtet ...

1. Januar 2026 von Christoph Droß
Der elfte Archetyp: Der Entbinder

Der zehnte Archetyp: Der Prüfer

Mit dem zehnten Archetyp begegnen wir einer inneren Gestalt, die in aller Regel erst einmal als unangenehm erlebt wird. Manchmal wird sie nicht nur als unangenehm, sondern auch als ausgesprochen unfreundlich um nicht zu sagen feindselig mir gegenüber empfunden. Diese innere Gestalt in jeder Seele prüft mich, wie man so sagt, auf Herz und Nieren. Und diese Prüfung ist hart, unbestechlich und mitleidlos. Genüge ich der Prüfung nicht, werde ich zurückgewiesen ohne jede Beschönigung. Nur wenn ich der Prüfung genüge, wenn ich reif genug bin, werde ich durchgelassen. Aber wohin überhaupt werde ich durchgelassen im Erfolgsfall? Welche Tür wird hier bewacht, welche Schwelle gehütet? Mit dem Themen- und Zuständigkeitsbereich dieses Archetypen betreten wir auch eine ganz neue Welt, einen ganz anderen Bereich des Seins. Es ist ein Bereich, wo unser subjektives Wollen, unsere Bestrebungen und Gefühle keine große Rolle mehr spielen. Wir betreten mit diesem Archetyp und auch mit den zwei noch folgenden den Bereich des Schicksals – oder wie man in früheren, antiken Kulturen gesagt hätte, wir betreten hier den Bereich der Götter.

1. Dezember 2025 von Christoph Droß
Der zehnte Archetyp: Der Prüfer

Der neunte Archetyp: Der Seelsorger

Die neunte innere Gestalt in jedem von uns kümmert sich um die Belange der Sinnfindung, Sinnstiftung und um das Seelenheil, was in gewisser Weise dasselbe ist, weil die Seele heil wir, soweit sie Sinn findet. Wenn diese innere Teilperson sich zurückzieht oder – aus welchen Gründen auch immer – sich nicht mehr bemerkbar machen kann, dann erfahren wir etwas, was als die „dunkle Nacht der Seele“ bezeichnet wird. Wir könnten diese innere Person auch als den inneren Priester oder den inneren (Psycho)Therapeuten bezeichnen oder auch als den inneren Philosophen.

3. November 2025 von Christoph Droß
Der neunte Archetyp: Der Seelsorger

Der achte Archetyp: Der Ideologe

Der achte Archetyp in mir versorgt mich mit (inneren) Bildern und Vorstellungen, also einer Imagination, die ich vor mich hinstelle – vor meinem geistigen Auge. Diese geistigen Vorstellungen sind Ideale, anzustrebende Idealzustände, die Vorstellung von einer Perfektion. Und dann passiert etwas magisches, weshalb tatsächlich der Bereich der Magie auch in die Zuständigkeit dieser inneren Person gehört: Die Vorstellung, die geistige Idee, ergreift von mir Besitz. Ich bin im Wortsinne besessen von einer bestimmten Vorstellung und nun setze ich alle meine Lebensenergie ein, um dieser Vorstellung nachzueifern. Und wie gesagt: Die Vorstellung oder Idee, welcher ich nacheifere, ist immer ein Ideal. Es geht immer darum, wie etwas sein sollte, nicht, wie etwas tatsächlich ist. Und wenn eine solche Idee von mir Besitz ergreift, dann entfaltet sich hier eine unglaublich starke Bindeenergie, ich bin an meine Vorstellung gebunden und kann so leicht nicht von ihr lassen.

1. Oktober 2025 von Christoph Droß
Der achte Archetyp: Der Ideologe

Der siebte Archetyp: Das Nicht-Ich in mir

Der siebte Archetyp in der Tiefe einer jeden Seele hat die Aufgabe, dass ich in meiner Außenwelt einer Person begegne, einem DU begegne. Diese Person ist für mich "Der Andere" oder "Die Andere". Und damit zunächst einmal Eines: Sie ist nicht Ich. Sie ist anders als ich. Und der siebte Archetyp in meiner Seele macht mich auf diese Person und ihr Anders-Sein aufmerksam und bringt mich mit ihr in Kontakt, damit ich mich in der anderen Person selber erkenne - als das, was ich nicht bin.

1. September 2025 von Christoph Droß
Der siebte Archetyp: Das Nicht-Ich in mir

Der sechste Archetyp: Die Vernunft

Der sechste Archetyp trägt den Namen "Die Vernunft". Diese innere Gestalt ist ein Vermittler zwischen allen anderen inneren Gestalten und Impulsen. Diese innere Gestalt reguliert und moderiert, die Mäßigung ist ihr Prinzip. Sie ist verantwortlich für die Pflichten des Alltags.

1. August 2025 von Christoph Droß
Der sechste Archetyp: Die Vernunft

Der fünfte Archetyp: Der König

Im Ensemble der inneren (Teil)Personen haben wir es hier mit der Hauptrolle schlechthin zu tun. Es geht hier um die beherrschende Figur, die im Zentrum der Aufmerksamkeit des gesamten Stückes steht, welches hier aufgeführt wird und das ich mein Leben nenne. Hier ist das Zentrum des Dramas, sozusagen das Auge des Orkans. Sein Name lautet auch: Das EGO. (Dies muss immer in Großbuchstaben geschrieben werden.)

1. Juli 2025 von Christoph Droß
Der fünfte Archetyp: Der König

Der vierte Archetyp: Die Mutter / Das Kleinkind

Diese innere Gestalt in unserer Seele ist zuständig für die Gefühle. Welche Gefühle, mag der die geneigte Leserin / der geneigte Leser sich vielleicht fragen. Nun, einerseits könnte man sagen: Alle Gefühle! Aber das wird der Sache nicht ganz gerecht, obwohl es stimmt. Es geht um sehr grundlegende Gefühle, aus denen sich das meiste in der Gefühlswelt ableitet. Nun könnte man meinen, es ginge hier um die großen Gefühle. Mir scheint es treffender zu sagen, es geht um die tiefen Gefühle. Es geht um Zugehörigkeit, Geborgenheit, Heimat und das zu Hause sein in der Welt. Grundlegend sind diese Gefühle, weil sie mein Erleben und meine ganze Existenz prägen.

1. Juni 2025 von Christoph Droß
Der vierte Archetyp: Die Mutter / Das Kleinkind

Der dritte Archetyp: Der Vermittler

Der dritte Archetyp verwaltet in mir den Bereich der Aufnahme, Verarbeitung und Weitergabe von Wissen. Diese innere Gestalt ist zuständig für intellektuelle Interessen, für den Austausch über gedankliche Konzepte und entsprechende Diskussionen. Interesse für fast alles, eine ausgeprägte Neugier und eine spielerische Offenheit für neue Informationen und Ansichten zeichnet diesen Archetyp aus.

1. Mai 2025 von Christoph Droß
Der dritte Archetyp: Der Vermittler

Der zweite Archetyp: Die Sinnliche

Während der erste Archetyp, der Krieger, in seiner Natur etwas zutiefst männliches verkörpert ist der zweite Archetypus ebenso zutiefst weiblich in seinem Wesen. Wir haben es hier mit einer Person zu tun, die durch und durch sinnlich, man könnte auch sagen genussfreudig ist.

1. April 2025 von Christoph Droß
Der zweite Archetyp: Die Sinnliche

Der erste Archetyp: Der Krieger / Das Neugeborene

Die Artikelserie zu den 12 wesentlichen Archetypen startet – wie sollte es anders sein – als Erstes mit einem „Ur-Typus“, der genau diese Qualität des Beginns, des Neuen, der Initiative und des Anfangs beinhaltet. Der Krieger steht für den Mut, zu kämpfen. Sei es, dass um die Wahrung der Grenzen und den Schutz der Meinigen gekämpft wird, sei es, dass es um die Gewinnung und Aneignung von Neuland gekämpft wird.

1. März 2025 von Christoph Droß
Der erste Archetyp: Der Krieger / Das Neugeborene

Familienaufstellungen und die „Nachsorge“

Bei Familienaufstellungen geht es oft um sehr existentielle Themen, um Dinge, die im wahrsten Sinne mit Leben und Tod zu tun haben. Zumindest geht es fast immer auch um die Grundbedingung des Lebens, wer mich sozusagen ins Leben gerufen hat und bei wem ich diese Lebensreise begonnen habe, wo ich also meine frühesten Eindrücke und ...

29. Januar 2025 von Christoph Droß
Familienaufstellungen und die „Nachsorge“